Kreuzweg 2020

Rückblick

Wir freuen uns, dass ihr euch für den Kreuzweg 2020 auf den Weg gemacht habt. Wahrscheinlich hat der Kreuzweg dieses Jahr mehr Wegkilometer zu verzeichnen, als die letzten Jahre zusammen. 😊 Hier ein paar Impressionen:

Marcus, Caro und Frieda auf dem Kreuzweg bei Schönfeld
Kreuzweg im Home-Office
Silke und Pauline Hösel
Theresa Thierfelder – fast in Herold
Daniel und Annegret Stülpner auf dem Kreuzweg in und um Venusberg
Familie Schreiter

Kreuzweg 2020

Herzlich willkommen zum digitalen Kreuzweg 2020. Dieses Jahr in einer ungewöhnlichen Form. Doch trotzdem wollen wir an Karfreitag an das Leiden und Sterben von Jesus denken und uns von IHM zum Nachdenken und Umkehren bewegen lassen.

Hier eine Idee zur Nutzung der Andachten auf dieser Seite:

Ihr findet hier die Andachten zu jeder Kreuzwegstation zum lesen, hören oder sehen. Dazu die Lieder für die einzelnen Stationen.

Ihr müsst aber deshalb nicht auf den Weg verzichten!

Ihr seid herzlich eingeladen, den Kreuzweg in selbst gewählten Stationen allein oder mit der Familie zu gehen. Diese Website ist auch mit dem Handy abrufbar und so könnt ihr die Stationen auch auf dem Weg erleben.
Sucht euch einfach 5 Wegpunkte in oder um Thum/Jahnsbach und lauft euren ganz persönlichen Kreuzweg. Am Stadtpark, auf der Bastei, hinter dem Volkshaus, vor dem Gemeindehaus, am geyrischen Wald, am Mühlteich … und an vielen anderen Orten stehen sogar Bänke, auf denen ihr einen Moment verweilen könnt.

Sich auf den Weg zu machen kann helfen, während des Laufens noch über den ein oder anderen Impuls der Andachten nachzudenken – was man zu Hause auf dem Sofa evtl. nicht macht.
Vielleicht können wir so dieses Jahr dem Leidensweg Jesu sogar etwas mehr nachspüren als sonst – denn er ging seinen Weg auch allein.

Ich wünsche uns, dass Gott unsere Herzen berührt, so dass wir ganz neu auf IHN ausgerichtet werden. Grüße und Segen für euch!

Das Kreuzweg Team

Themenlied für alle Stationen

Station 1 – Palmsonntag: Gottes Willen kennen // Gemeindehaus Thum

Video Andacht zu Station 1
Station 1, nur Audio (z.B. für Leute mit wenig Datenvolumen)

Theresa Thierfelder

Station 2 – Unter Freunden // EFG Thum

„The church isn’t close. Just our building.“ – Andy Stanley
Die Kirche ist nicht geschlossen. Nur unser Gebäude.

Liebe Brüder und Schwestern, können wir das auch von unserer Kirche, unserer Gemeinde sagen? Ich hoffe es sehr. Und wenn ich Kirche oder Gemeinde sage, meine ich vielmehr die Gemeinde in Christus und nicht irgendwelche kleinen Ortsgemeinden, in die wir uns, leider, immer noch spalten. Gott hat Christen wie Bananen erschaffen; sie wachsen in Stauden auf, nicht einzeln. Doch oft trennen wir uns als Gemeinden, die doch eigentlich dasselbe Ziel, dieselbe Hoffnung haben. Laut eigener Aussage sind es immer „die Anderen“ die etwas „nicht richtig“ machen oder eine Aussage der Bibel „falsch“ verstanden haben. Dabei spricht die Bibel eine sehr deutliche Sprache. Und sollte man doch nicht alles verstehen, warum bitten wir Gott nicht, dass er es uns auslegt? Stattdessen spalten wir uns in viele kleine Grüppchen, die jede, je nach Zahl, ums „Überleben“ kämpfen muss. Wie kommt das nach außen rüber? „Oh, die Christen, die spalten sich ja. Warum machen die das? Sollten die nicht vielmehr zusammenhalten?“ Ja, genauso sollte es sein. Die Gemeinde Gottes sollte zusammenhalten, sich gegenseitig stärken und ermutigen. Füreinander da sein in schwierigen Zeiten, sich um den Einzelnen kümmern, attraktiv sein für ihre Umgebung. Und manchmal frage
ich mich, sind wir das wirklich? Sind wir als Braut Christi attraktiv für unsere Freunde, Arbeitskollegen, Verwandten?

Ich möchte mit euch folgenden Eindruck teilen, den ein Bruder im Glauben hatte. Er meint folgende Worte gehört zu haben, ist sich aber nicht sicher und bittet deshalb um Prüfung. Jeder Einzelne prüfe bitte für sich, ob das wahr sein könnte und eine Relevanz hat. Aber könnte es nicht sein das Gott so spricht:

„Steh auf mein Volk, steh jetzt auf! Ich warte auf eure Gebete der Demütigung. Ich warte darauf, dass ihr Verantwortung für die Gottlosigkeit in eurem Land übernehmt. Wie lange wollt ihr noch dazu schweigen und euch in eure Sattheit und euren Wohlstand zurückziehen? Steht auf; Ich warte darauf, dass ihr für dieses Land in den Riss tretet, meine Kinder. Ich warte darauf, dass ihr vor mir erscheint und heilige Hände zu mir hin aufhebt. Ich warte darauf, dass ihr euch vor mir beugt. Ich warte darauf, dass ihr euch alle wieder unter mir, dem Haupt der Gemeinde, beugt und in Einheit vor mir steht, anstatt euch in euren fruchtlosen Streitereien um Zweitrangiges zu verstricken. Hört auf, auf die anderen oder auf die da oben mit Fingern zu zeigen. Ihr habt es zugelassen, dass fremdes Feuer auf meine Altäre gekommen ist. Tut Buße über eurem Schweigen über gottlose Entwicklungen und Gesetze in eurem Land. Tut Buße über euer Schweigen und eure Gleichgültigkeit gegenüber der Missachtung meines Willens. Tut Buße über jede Art von Kompromissen mit anderen Göttern, nur um dafür einen vermeintlichen Frieden zu bekommen, der aber kein wahrer Friede ist, sondern nur ein Lügenfriede. Wer sich vor mir beugt, den will ich erhöhen.“

Ich für meinen Teil bin überzeugt davon, dass Gott so sprechen könnte. Das Bild, das von Gott vermittelt wird, ist meist ein anderes. „Sowas würde Gott doch niemals sagen“, denken vielleicht einige. Doch wenn man die Bibel liest, wird man feststellen, dass Gott mehrfach auch harte Worte gebraucht, die sehr klar sind. Gott ist kein Gott des Wohlstandes, sondern einer der sein Volk, seine Braut über alles liebt, sie erzieht und weiter bringen will. Und das kann auch wehtun. Doch bei all dem, was Gott für uns getan hat, bei all seinen Bemühungen um uns, steht es nicht mal ansatzweise in Relation, was er sich von uns wünscht. Zumal damit für uns das beste Leben in Aussicht steht, was wir jemals erleben können.

Heute ist der Tag an dem Jesus vor ca. 2000 Jahren gekreuzigt worden ist. Daran wollen wir uns erinnern. Doch was bedeutet das konkret für uns als Gemeinschaft Gottes, als seine Kinder? Für uns bedeutet es Durchbruch, Sieg, Anteilnahme an seiner Herrschaft und vor allem Vergebung für unsere Zielverfehlungen. Sünde bedeutet nichts anderes als Zielverfehlung. Und das ist das, was wir täglich erleben. Wir schaffen es nicht aus uns heraus Gott gerecht zu werden. Aber Gott lässt uns damit nicht allein. 1) er schickt Jesus 2) er schickt den Heiligen Geist 3) er schickt Menschen. Ohne diese drei Dinge kommen wir nicht, oder nur sehr schwer klar. Gott wusste das, er schickte uns Jesus. Er starb an unserer Stelle und gibt uns somit die Möglichkeit der Gemeinschaft mit ihm. Er schickte uns den Heiligen Geist, der uns durchs Leben führen möchte. Leider nehmen wir diese Führung nicht sehr oft ernst oder in Anspruch. Die Bibel sagt uns dazu folgendes:

Galater 5,16-18:

Lasst den Geist Gottes euer Verhalten bestimmen, dann werdet ihr nicht mehr den Begierden eurer eigenen Natur nachgeben. Denn die menschliche Natur richtet sich mit ihrem Begehren gegen den Geist Gottes, und der Geist Gottes richtet sich mit seinem Begehren gegen die menschliche Natur. Die beiden liegen im Streit miteinander, und jede Seite will verhindern, dass ihr das tut, wozu die andere Seite euch drängt. Wenn ihr euch jedoch vom Geist Gottes führen lasst, steht ihr nicht mehr unter der Herrschaft des Gesetzes.

Ich möchte diesen Tag nicht in Trauer verbringen. Vielmehr in Andacht und Überwältigung darüber, was Jesus heute für mich getan hat. Ich möchte jubeln, Gott anbeten und ihn preisen für dieses derartige Geschenk, das er uns kostenlos zur Verfügung stellt und wir es nur noch annehmen müssen. Ich hoffe euch damit anstecken zu können, denn mit dieser gewaltigen Tat Jesu ist alles besiegt: Tod, Krankheit, Angst, Hass, Streit, Depression, Sucht, …, einfach alles Schlechte in dieser Welt. Lasst uns Gott gemeinsam als Teil seines Volkes anbeten und ihm die Ehre geben, die ihm gebührt. Gott segne euch, wandelt in seinem Frieden. Amen!

Benjamin Mandry

Station 3 – Von Freunden enttäuscht // LKG Thum

Carolin Liebchen

Station 4 – Ausgeliefert // Kirche Jahnsbach

Annegret Stülpner

Station 5 – Von Gott verlassen // LKG Jahnsbach

„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“
Matthäus 27, 36 und Psalm 22,1

Können wir uns überhaupt vorstellen, was es bedeutet, von Gott verlassen zu sein? Selbst wenn wir uns von ihm entfernen, ihn vielleicht sogar ablehnen, so ist er trotzdem da.

Gott sagt über Jesus: „Dies ist mein geliebter Sohn, über den ich mich von Herzen freue“ (Mt 3,17 und Mt 17,5)Und Jesus erklärt: „Ich und der Vater sind eins.“ (Johannes 10,30) Wie kann es also sein, dass diese besondere Beziehung zwischen Vater und Sohn gewissermaßen außer Kraft gesetzt wird?

Jesus trug unsere Strafe. Das bedeutet Tod und Gottesferne. Gott wende sich von ihm ab.

Unvorstellbar!

 Wie muss Jesus gelitten haben! Mehr als Verrat, Schläge, Schmerzen, Enttäuschung durch seine Freunde, Spott, Folter und Demütigungen muss es ihm doch unvorstellbar weh getan haben, dass sich sein Vater von ihm abwendet.

In dieser schwersten Stunde seines Auftrages ist er allein. Wirklich von Gott verlassen. Weil unsere Schuld auf ihm lag, muss sich Gott abwenden. Er kann den Anblick der Sünde nicht ertragen. Und Jesus erträgt diese Strafe freiwillig für uns. Damit wir eben nicht von Gott verlassen sind.

 Doch kann Jesus, der mit dem Vater eins ist, wirklich von Gott verlassen sein? Kann er, der das Leben ist, eigentlich sterben?

Ja, aber nicht weil der Tod über ihn Macht hat. Sondern weil er sein Leben freiwillig gab:

»Niemand nimmt mir mein Leben, ich gebe es freiwillig. Ich habe die Macht und die Freiheit, es zu geben und zu nehmen. Das ist der Auftrag, den ich von meinem Vater bekommen habe.« Johannes 10,18

 Und die gute Nachricht zum Schluss: Es ist nicht dabei geblieben! Jesus wusste, dass er nicht für immer von Gott verlassen sein würde.

Hätte er sonst gesagt:  »Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!« Lukas 23,46

Mit diesen Worten starb er. Er hatte die feste Hoffnung darauf, dass Gott ihn wieder von den Toten auferwecken und er dann wieder mit ihm vereint sein würde.

Er wusste, was kommt, mit dieser Hoffnung konnte er gehorsam seinen Weg gehen und alles ertragen, was passierte.

Was bedeutet das nun für uns?

1. Wir sollten dieses Geschenk unbedingt annehmen!
– Jeder, der Jesus als seinen Retter annimmt, tauscht damit Sünde gegen Himmel.
– Wie?! Belohnung statt Strafe? Ja!

2. Gott verlässt uns nicht!
– Weil unsere Schuld getilgt ist, verspricht Gott, dass er uns niemals verlässt.
– Wenn Gott uns ansieht, erscheinen wir vor ihm vollkommen und heilig, wie sein geliebter Sohn, über den er sich von Herzen freut.

3. In der Hoffnung leben (und sterben)
Egal, ob wir Leid oder Freude erfahren. Egal, welchen Weg uns Gott im Leben führt.
Wir dürfen auf seine Verheißungen hoffen! Unser Geist ist bei ihm in Sicherheit. Auch, wenn es manchmal nicht so scheint: Er ist uns niemals fern! In dieser Hoffnung können wir jeden Tag leben und auch sterben.

4. Dankbarkeit und Nachfolge
– Wie kann ich meine Dankbarkeit zeigen?
– Was will ich Jesus zuliebe in meinem Leben ändern?

Christiane Mehner

Der Kreuzweg ist ein Projekt der Allianzgemeinden in Thum und Jahnsbach